GETTING READY FOR THE WORLD // MY LIFE AS A FLIGHT ATTENDANT (6)

14.4.13

Flying Friends
Nach neun Monaten Kurzstrecke gibt es kaum eine Europa-Destination, wo ich noch nicht war. Kein Wunder also, dass ich mich auf den Langstreckenkurs freute. Die Klassenliste beschwingte mich noch mehr; einige bekannte Namen waren darunter, einige kannte ich vom Fliegen und andere bereits von der Basisausbildung. Einer der Kollegen wohnt wie ich in Bern und so beschlossen wir schon im Vorfeld, zusammen Zug zu fahren um sich gemeinsam auf die Prüfungen vorzubereiten. Wie anstrengend und lustig das gemeinsame Pendeln aber werden würde, haben wir beide kaum erwartet. Am ersten Morgen erzählten wir uns die besten Flugerlebnisse und freuten uns schon auf den ersten Langstreckenflug, aber bald entwickelten sich tiefere Gespräche und ein gemeinsamer Flug kam auf die Wunschliste.

Auch andere pendelten jeden Tag zum Kurs, ein Kollege aus Basel und einer aus Solothurn wie wir mit dem Zug. In der zweiten Woche trafen wir uns jeweils in einem Wagon ab Zürich um bis Zürich Flughafen gemeinsam zu fahren und dort anschliessend vor Kursbeginn noch ein Kaffee zu kaufen. Es ist unglaublich, wie sehr einen die gemeinsame Leidenschaft fürs Fliegen, der Kurs und das Zugfahren zusammenschweissen können. Wir Flight Attendants sind es kaum gewöhnt, mit einem Team länger als ein paar Flüge zusammen zu arbeiten, folglich bleiben die meisten Bekanntschaften oberflächlich. Man verbringt zwar eine tolle und einzigartige Zeit, erzählt oft auch Persönliches, danach sieht man einander aber kaum mehr. Umso wertvoller sind die Bekanntschaften, die in die Tiefe gehen und mit denen man in Kontakt bleibt. Nach dem zweiwöchigen Langstreckenkurs waren wir zwar alle traurig, dass sich die Wege nun wieder trennen, gleichzeitig aber frohen Mutes, dass man sich entweder auf einem gemeinsamen Flug oder für ein Barbecue in der Schweiz wieder trifft. Und so sehr wir es auch schätzten, mehr als nur ein paar Flüge miteinander zu verbringen, fehlte uns die Fliegerei sehr. Dieser regelmässige Lifestyle ohne Abendteuer machte uns verrückt. Bei jedem Flugzeug, das wir sahen wurden wir sehnsüchtig. Besonders bei den grösseren Maschinen waren wir kaum zu halten, wussten wir doch, dass wir bald in einem davon sitzen würden. Der Kurs war ein tolles Erlebnis, wir gewannen nicht nur das nötige Wissen für Langstreckenflüge, sondern auch neue Freunde, und sind nun bereiter als je für die grosse, weite Welt!

Die früheren Texte zu diesem Thema gibt es da.

Find this column about my life as a flight attendant in English here.



5 comments:

  1. es ist sehr interessant deine erfahrungen als flugbegleiterin und zur ausbildung zu lesen. ich wollte selbst mal flugbegleiterin werden, scheiterte aber bereits vor der ausbildung selbst und irgendwann habe ich es nicht mehr versucht ...
    und dann kam mein (jetzt nicht mehr) verlobter und dann habe ich es sowieso aus dem kopf geschlagen ... aber jetzt wäre wieder der zeitpunkt, wo ich mich dafür interessieren würde!
    die ganze welt zu bereisen und dabei zu arbeiten war schon immer einer meiner größten träume.

    lg
    dahi

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  2. Wie schön, dass der Kurs euch so viel Spass gebracht hat! Ich hoffe ihr trefft euch nicht nur im Flieger:)

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    1. anotherflightattendantMay 29, 2013 at 11:08 AM

      und wir haben uns bereits neben der Fliegerei wie auch auf dem Flieger getroffen.... ;)
      Grüsse aus Bern

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  3. Da ich gerne fliege, habe ich gespannt deinen Beitrag hier gelesen. Sehr schön geschrieben und neue Einblicke für mich in das Leben eines Flight Attendant.

    Ich freue mich nächste Woche auf meinen Flug mit Swiss nach Beijing. :-)

    Lg
    Thomas

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