WIE SPORT MEIN SELBSTWERTGEFÜHL ÄNDERTE // GASTBEITRAG VON SASKIA

29.5.13

Dieses Jahr will ich einem ernsteren Thema Platz auf diesem Blog zu widmen. Mir erscheint es, dass viele Menschen selbstzerstörerisch handeln und vergessen haben, wo & wie sie ihr Glück finden, sich zu stark irgendwelchen rigorosen Konventionen unterordnen statt sich selbst zu folgen. Deshalb erscheint hier nun jeden Monat einen Gastbeitrag zum bewusst offen gehaltenen Thema "Selbstliebe". Menschen teilen ihre Geschichten & Gedanken. Alle Beiträge findet ihr hier.


Der Beitrag im Mai ist von Saksia. Vielen Dank für deinen ehrlichen Text!

Halli Hallo, mein Name ist Saskia und ich bin Autorin des Blogs Saskias-Simplicity und hier werde ich euch jetzt meine kleine Geschichte erzählen.

„Mein Bauch schwabbelt. Die Haut ist nicht straff. Mein Po ist zu groß. Meine Oberschenkel zu dick. Und allgemein, wenn ich den Spiegel könnte ich heulen. Heute bleibe ich zu Hause. Und oh mein Gott, bald ist Sommer. Bikini und meine Figur. Und allgemein die lachen mich doch alle aus. Wieso gucken die mich immer so an…?“

Vielleicht nicht ganz so extrem, aber solche und ähnliche Gedanken hatte ich schon öfter.. Das ganze wurde natürlich nicht besser, indem mir meine Freunde und Familie immer wieder vorgehalten haben, wie dumm ich doch bin und dass ich einen tollen Körper habe. Im Gegenteil, es hat mich auf eine gewisse Weise noch mehr verunsichert. Aber nicht nur die aufmunternden Worte meiner Freunde haben das Gegenteil bei mir bewirkt, die Beleidigungen Andere wogen mindestens doppelt schwer. In der Zeit, in der man rausfindet, wer man sein will und wer nicht, also die Hochburg der Pubertät, waren Selbstzweifel, Eifersucht und regelrechter Selbsthass meine täglichen Begleiter. Das hatte auf viele Bereiche Auswirkungen. Meine Schulnoten sind schlechter geworden, teilweise bin ich sogar gar nicht mehr in die Schule gegangen. Ich habe mich fast komplett von meinen Freunden abgekapselt und konnte, wollte aber auch nicht, mich jemanden anvertrauen. Alles in allem war das eine Zeit, in der ich nicht unglücklich, das wäre einfach zu krass ausgedrückt, sondern einfach unzufrieden mit meiner ganzen Situation war, ausgelöst von einem allgemeinem Unwohlsein.

Es hat lange gedauert bis ich herausgefunden und auch wirklich realisiert habe, dass ich der einzige Mensch bin, der an dieser Art Selbstzweifel was ändern konnte.

„The difference between who you are and who you want to be is what you do.”

Ich habe nie etwas von Diäten gehalten und möchte auch keines falls mit diesem Post irgendeinen Magerwahn oder so unterstützen. Dadurch, dass ich mich immer schon gesund und ausgewogen ernährt habe (Naschereien dürfen nicht fehlen), war eine Ernährungsumstellung nie nötig. Ich habe lediglich angefangen, Sport zu machen. Zunächst in einem Verein, hatte aber schon schnell nicht mehr das Gefühl wirklich gefordert zu werden. Und somit habe ich mich ziemlich schnell entschieden ins Fitnessstudio zu gehen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich gemerkt, wie meine Ausdauer und Kraft gestiegen ist. Aus ursprünglich 15 Minuten joggen, wurden 20 und dann 30. Alles in allem hat sich dadurch mein ganzes Körpergefühl geändert. Ich wusste auf einmal, wie ich aussehe, wenn ich bestimmte Muskeln anspanne und welche Bewegung wie wirkt. Während die Zahl auf der Waage gleich blieb und teilweise stieg, wurden meine Hosen zu groß und mein Selbstbewusstsein noch größer. Sich ein Ziel gesetzt zu haben, das zu erreichen und sich dann ein weitere Ziel zu setzten, das war es, was mich aus einer Grube von Selbstzweifel rausgeholt hat. Nach außen hin konnte man keine wirkliche Veränderung an mir erkennen, aber zu wissen, dass ich etwas erreichen kann, wenn ich hart dafür arbeite, hat mich in dem was ich tue ungemein bestärkt. Dieses Gefühl begleitet mich nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag. Vor allem, als ich für mein Abitur gelernt habe und am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand (ich gehöre zu den Stresserellas dieser Welt), hat mir vor allem die Gewissheit, dass zum Schluss nur das raus kommt, wofür ich arbeite, nicht mehr und auch nicht weniger, das Ganze überstehen lassen.

Ich persönlich finde es immer schwierig über meine Erfahrungen in diesem Bereich zu berichten, denn nur die wenigsten verstehen mich. Sie schauen mich an und sehen ein schlankes Mädchen, dass das klassische „Fishing for Compliments“ betreibt, ohne vielleicht zu erkennen, dass hinter dem Ganzen ein bisschen mehr steckt. Es ist nicht so, dass Sport ein Patentrezept gegen alles ist, aber mir hat es geholfen und hat mich selbstbewusster gemacht und vor allem auch glücklicher. Vielleicht können das einige nachvollziehen und/oder ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen.



3 comments:

  1. Bravo! Sehr treffend geschrieben! ♥

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  2. ich finde, dass hier schön beschrieben wurde, dass sport sowohl für den körper gutes tut, als auch für die seele :)

    btw. Kristina.. tausend dank für deine ganzen Links / reiseorte / blogposts - ober geil, dass du soviel rumgekommen bist :D
    ich verlink direkt alle! :D

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